Donnerstag, 24. August 2017


Ken Bugul





Ken Bugul ist das Pseudonym der senegalesischen Autorin Mariètou Biléoma Mbaye. Sie kam 1948 in Ndukumane, Senegal, als Tochter eines Marabut I zur Welt und wuchs in einem polygamen Milieu auf.
Ihr Pseudonym bedeutet in der Sprache der Wolof, ihres Stammes: "niemand will sie haben". So bezeichnet man dort üblicherweise Frauen, die ausschließlich Totgeburten haben.

Ken Bugul besuchte eine französische Schule, danach folgte ein Studium in der Hauptstadt Dakar, bevor sie (mit einem Stipendium) zur Studienfortsetzung nach Belgien ging. 1980 kehrte sie in ihre Heimat zurück, zerrissen auf der Suche nach ihrer kulturellen Identität. Sie fand zum islamischen Glauben zurück und trat freiwillig (als Ehefrau Nr. 28) in den Harem des Marabuts ihres Heimatdorfes ein. Die damals 32jährige verstand diesen Schritt als spirituellen Neubeginn. Nach dem Tod des Marabuts führte sie ihr Lebensweg zurück in die Großstädte, zuerst nach Dakar und später nach Benin. Dort wurde sie die Ehefrau eines Arztes und brachte eine Tochter zur Welt.

Ken Bugul hat bis heute sieben, vielbeachtete, teils ins Englische und Spanische übersetzte Romane veröffentlicht und lebt als Kunsthändlerin in Porto Novo, Benin. Auf deutsch ist bislang nur ihr erster Roman „Le baobab fou” als „Die Nacht des Baobab” (1985) im Züricher Unionsverlag erschienen. Für ihren Roman „Riwan ou le Chemin de Sable” wurde sie im Jahr 2000 mit dem Grand Prix Littéraire de l'Afrique Noire ausgezeichnet.


 
   

   
  
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