Donnerstag, 27. April 2017


Nadine Gordimer





Nadine Gordimer wurde im Jahre 1923 in Springs, einem Stadtteil am Ostrand von Johannesburg, geboren. Ihr Vater war ein jüdischer Juwelier und ihre Mutter hatte ihre Ursprünge in Großbritannien. Der Gold- und Diamantenabbau prägte Joburg. Riesige Mienen mit ihren übermächtigen Abtragungsbergen zeichneten die südafrikanische Landschaft in der Nadine Gordimer aufwuchs.

Nadine Gordimer
Es waren gutbürgerliche weiße Verhältnisse in denen Nadine Gordimer heranwuchs. Sie erhielt ihre frühe Ausbildung in einer Klosterschule, doch hatte sie bis zu ihrem Universitätsbesuch keinen Kontakt zu schwarzen Südafrikanern. Von ihrer frühen Kindheit zeugte Gordimer, wie die weiße Minorität in zunehmenden Maße die Rechte der schwarzen Majorität schwächte. Zu diesem Zeitpunkt begann ihre Kritik an der Apartheid und ihr Kampf für Menschenrechte.

Im Alter von neun Jahren fing Nadine Gordimer an zu schreiben. Ihre erste Geschichte, Kommen morgen wieder, erschien in der Johannesburger Zeitung als sie vierzehn war. Dieser Moment des Erfolgs konnte für sie durch nichts was sie noch ereichte, nicht einmal durch den Nobelpreis für Literatur 1991, in ihrer persönlichen Empfindung gesteigert werden.

1949 heiratete Nadine Gordimer und veröffentlichte ihre erste Kurzgeschichtensammlung Von Angesicht zu Angesicht. Natürlich liebte und schätzte sie das Landschaftsbild der ursprünglichen Weite, mit ihren vielen wilden Tieren, oder den wunderschönen Küstenabschnitten. Doch in ihren Werken hielt Nadine Gordimer sich mehr an das Bild ihrer Kindheit, den übermächtigen Mienenhügel im Kontrast zu der unterdrückten schwarzen Majorität Sowetos. Es folgten 15 Romane und mehr als 200 Kurzgeschichten, in denen sie auf die Probleme Südafrikas aufmerksam machte. Daher waren viele ihrer Bücher im Südafrika der Apartheidzeit verboten.

Offiziell ist die Apartheid zwar finstere Vergangenheit, doch wie sieht es mit der Apartheid in den Köpfen der Menschen heute aus? Diesem Problem widmet sich Frau Gordimer in ihren letzten Büchern. Nadine Gordimer, die mit ihren Büchern Millionen von Leserinnen und Lesern in aller Welt begeistert hat, ist Südafrikas bekannteste Autorin und war eine der mutigsten Kämpferinnen für die Aufhebung der Rassentrennung.

Ein enger Freund und langjährer Wegbegleiter ist der Fotografen David Goldblatt, der eindrucksvolle Bücher gegen die Apartheid publiziert hat. Im Gegensatz zu Nadine Gordimer benutze er ausdrucksstarke Fotos die eindeutig auf den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß hinweisen.

Vier Jahrzehnte schrieb sie gegen die Apartheid in ihrem Land: Nadine Gordimer, eine der bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart. Die Schriftstellerin lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 in ihrem Haus in Johannesburg. Sie wurde 90 Jahre alt.


 
   

   
  
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