Montag, 25. September 2017


Maxi Hill




Maxi Hill

Sie kam zur Welt, als an einem Sonntag im Januar 1944 in der Kirche die Andacht für ihren gefallenen Vater gehalten wurde. Sie war das fünfte Kind. Die Tränen der Mutter hatten sie sensibel gemacht, die Armut nachdenklich. Später verhalfen die guten Zensuren in der Schule zu ihrer Einsicht, es gibt keinen Grund, sich zu ducken.
Dennoch. Ihr Beruf passte nicht so recht zu ihrem Wesen. In jeder Phase ihrer Karriere war sie sozial und solidarisch, besonnen und menschlich - alles andere als eine abgehobene Werbemanagerin.
Das Studium der Werbeökonomie begann sie mit dreißig Jahren, neben Beruf und vierköpfiger Familie.
Ende der Achtziger ging sie mit ihrem Mann nach Angola, um Entwicklungshilfe zu leisten. Ihre Erzählung „Afrika Im Auftrag der Geier”, veröffentlicht im März 2006, schöpft aus jener Zeit.
Nach der Wiedervereinigung hieß es noch einmal lernen, vornehmlich autodidaktisch. Was verstand eine „Ossi” schon von Werbeschlachten, von Marketing? Sie sagt, es sei ihre lernintensivste Zeit gewesen aber wer nicht mehr lerne, höre auf zu leben. Nur eines hat sie bis heute nicht gelernt: Schlachten zu schlagen.
In der Stadt- und Tourismuswerbung, die sie seit 1993 leitete, ging es fair, stets sozial und ehrlich zu.

Maxi Hill beschreibt ihre Wahlheimat Cottbus, wo sie seit 1966 lebt, mit folgenden Worten:

- Kein Königreich, doch mit einem Schloss
- nicht Ägypten und doch Pyramiden
- stets vorwärtsstrebend und doch den Krebs im Wappen
- bodenständig Menschen und doch mit Energie „aufgestiegen”

Als die Kinder aus dem Haus waren und ihr Leben ruhiger wurde, lernte Maxi das kreative Schreiben. Jetzt ist sie Mitglied der Zeitzeugen ihrer Stadt und arbeitet im Autorengremium Wortfenster des Frauenzentrums Lila Villa mit.
„Afrika lässt mich los”, hatte sie gesagt, als ihr Buch „Afrika Im Auftrag der Geier” erschien.
Afrika hat sie in der Tat nicht losgelassen, aber es hat eine andere Symbolkraft gewonnen. Ihr neuer Roman „Die Würde” (Januar 2007) handelt von Afrikanern und Deutschen und ihrem Zusammenleben, von Verständnis und Unverständnis. Es beschreibt das Leben eines angolanischen Vertragsarbeiters in der DDR und den würdelosen Umgang mit ihm und seinesgleichen im vereinten Deutschland, als der Nährboden für rassistische Gewalt auch im Osten immer fetter wurde.

Mehr über Maxi Hill unter www.maxi-hill.de


 
   

   
  
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