Mittwoch, 23. August 2017


Nagib Machfus





Nagib Machfus [auch: Mahfuz] wurde am 11. Dezember 1911 als Sohn einer bürgerlichen Familie in Kairo geboren. Er studierte Philosophie an der Universität der ägyptischen Hauptstadt. Im Anschluss daran war er unter anderem bei der ägyptischen Kunstaufsichtsbehörde und als Berater des Ministers für Kulturelle Angelegenheiten tätig.

Zu seinem Werk zählen weit über 50 Romane, Erzählungen und Drehbücher. Nagib Machfus entschied sich als erster arabischer Autor dafür, Romane zu schreiben - diese Literaturgattung des "erzählenden Schreibens" war bis dato in der arabischen Kultur vollkommen unbekannt. Daher gilt er als "Vater des ägyptischen Romans", der zuweilen ein Stiefkind neben der Poesie war.

Nagib Machfus zählte zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, 1988 wurde ihm, als erstem nordafrikanischen Schriftsteller, der Nobelpreis für Literatur verliehen.

1994 wurde Machfus in seiner Wohnung im Kairoer Stadtteil Agouza niedergestochen und dabei schwer verletzt. Täter waren islamische Extremisten.

Der kleine Mann mit der großen Brille verkörperte all das, was an seinem Heimatland Ägypten liebenswert ist. Er war bescheiden, kreativ, hatte großartigen Sinn für Humor und liebte die Gesellschaft anderer Menschen. Seine Neugier auf die Menschen, die ihn umgaben, war letztlich der Schlüssel zu seinem Erfolg. Denn genau mit seiner Beobachtungsgabe und seiner Art, die Emotionen und Schwächen von Menschen darzustellen, eröffente er die neuen Dimensionen in der arabischen Literatur.

Für seinen Freund und Schriftstellerkollegen Gamal at-Ghitani war er die Verkörperung des "guten Mannes", der die Menschen durch Weisheit und Bescheidenheit für sich einnimmt.

Nagib Machfus verstarb am 30. August 2006, im Alter von 94 Jahren, in Kairo.



 
   

   
  
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