Montag, 27. Februar 2017


Ngugi wa Thiong’o




Ngugi wa Thiong’o wurde 1938 als Sohn eines Bauern in Limuri in Kenia geboren. Nach dem Besuch einer Missionsschule studierte er am Makarere University College und begann dort seine schriftstellerische Laufbahn. Mit seinem umfangreichen Romanwerk und einer Vielzahl von literarischen und politischen Essays zählt Ngugi wa Thiong’o heute zu den bedeutendsten Schriftstellern (Ost-)Afrikas.

Ngugi wa Thiong’o
Seine frühen Romane und Erzählungen veröffentlichte Ngugi wa Thiong’o auf Englisch, später schrieb er auch in seiner Muttersprache Kikuyu.

1967 erhielt er von Jomo Kenyatta den Staatspreis für Literatur, 1973 den Lotus-Preis auf der afro-asiatischen Schriftstellerkonferenz in Alma-Ata.

1976 legte James Thiong’o Ngugi (so sein Geburtsname) seinen christlichen Vornamen ab und nannte sich fortan Ngugi wa Thiong’o.

Als einer der führenden oppositionellen Intellektuellen Kenias wurde Ngugi wa Thiong’o 1977 verhaftet und ohne Prozess festgehalten. Seine Bücher und Theaterstücke wurden von der Moi-Regierung verboten. Nur mit Schwierigkeiten fand er Anfang der 1980iger Jahre in England politisches Asyl. Seit 1989 lebt er in den USA und ist Literaturprofessor an der New York University.

Ngugi gründete das in der Kikuyu-Sprache verfasste Journal Mutiiri, welches er im Jahr 2000 erstmals herausbrachte.

2004, nach 22 Jahren im Exil, besuchte der Autor erstmals wieder Kenia. Doch zwei Wochen nach der Ankunft in seinem Heimatland wurde Ngugi wa Thiong’o in einem Appartement hinter dem Norfolk Hotel Nairobi überfallen und gefoltert, seine Frau vergewaltigt. Nach dem Verlassen des Hospitals beendete er seine Lesereise und kehrte wieder zurück in die USA. Im Dezember 2006 wurden drei der Täter, die Ngugi und seine Frau zwei Jahre zuvor überfallen haben, zum Tode durch Hängen verurteilt.

Der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler war 2009 für den Man Booker International Prize nominiert.

Im Mai 2014 wurde Ngugi wa Thiong'o mit der Ehrendoktorwürde der Universität Bayreuth ausgezeichnet. Er wurde - wie es in der Ehrenpromotionsurkunde heißt - für seine „herausragenden Verdienste um die Profilierung der afrikanischen Literaturen, insbesondere der Literaturen in afrikanischen Sprachen” gewürdigt.


 
   

   
  
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