Sonntag, 22. Oktober 2017


Ivan Vladislavic





Ivan Vladislavic
Der südafrikanische Autor Ivan Vladislavic wurde 1957 in Pretoria geboren. An der University of the Witwatersrand studierte er in den siebziger Jahren afrikanische und englische Literatur. Der Autor mit kroatischen Wurzeln lebt seit dieser Zeit in Johannesburg.

Lektor und Herausgeber

In den achtziger Jahren arbeitete Vladislavic zunächst als Lektor bei dem oppositionellen Verlag Ravan Press. In sein Ressort fielen hier Bücher aus dem Bereich Fiktion und Sozialstudien. Außerdem war er mehrere Jahre lang der Mit-Herausgeber des Staffrider Magazins. Ein Magazin, das es sich seit den späten siebziger Jahren zur Aufgabe gemacht hatte, die afrikanische Kultur unzensiert zu präsentieren und jungen Künstlern eine Chance zu geben. Mit Andries Oliphant stellte er gemeinsam die Anthologie aus zehn Jahren Staffrider zusammen.

Lektor und Schriftsteller

Als freier Lektor und Schriftsteller arbeitet Vladislavic seit 1989. Er selber schreibt über zeitgenössische Kunst und ihre Künstler, sowie er Essays, Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten verfasst. Sein Stil ist postmodern und in seinen eigenen Werken verbindet er kunstvoll Fiktion mit historischen Ereignissen. Für seinen individuellen Stil ist Ivan Vladislavic immer wieder mit Preisen ausgezeichnet worden. Zuletzt 2007 für sein Buch „Johannesburg. Insel aus Zufall.” mit dem wichtigen Sunday Times Alan Paton Award. Ein Buch, welches vom Autor selber als „Stadtplan, der ausschließlich die Nebenstraßen zeigt” bezeichnet wurde.

Erste Erfolge

Ivan Vladislavics erstes Buch erschien 1989 und wurde mit „Die Terminalbar und andere endgültige Geschichten” übersetzt. Sein zweiter Roman „Der Plan des Baumeisters” erschien 1993 und bereits für diesen wurde er 1995 mit dem wichtigsten afrikanischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem CNA Literary Award. In diesem Buch erschüttert die Malgas' das Treiben auf ihrem Nachbargrundstück in ihrem strukturierten Leben. Der neue und exotische Nachbar Nieuwenhuizen beginnt dort einen Hausbau, der keinen klaren Strukturen zu folgen scheint.

Politisches Engagement

1996 erschien „Propaganda by monuments & other stories”, bei dem Vladislavic als Mitherausgeber fungierte. Zwei Jahre später beteiligte er sich an der Herausgabe von „blank_Architecture, apartheid and after”. 2000 arbeitete er mit seiner alten Universität als Herausgeber zusammen in dem Band „T'kama Adamastor: Inventions of Africa in a South African Painting”.

Politische Non-Fiction

Nach diesen politisch motivierten Aktivitäten wurde in seinen darauf folgenden Büchern der politische und gesellschaftskritische Ton deutlicher. 2001 erschien „The Restless Supermarket”, für das er 2002 mit dem Sunday Times Fiction Prize ausgezeichnet wurde. Er beteiligte sich 2004 an der Ausstellung der Second Aid in Johannesburg. Im gleichen Jahr kam „The Exploded View” in den Verkauf und zuletzt sein viel gelobtes Buch „Johannesburg. Insel aus Zufall”. Der ehemalige Schriftsteller des Fiktiven sagte in seiner Dankesrede zum Sunday Times Alan Paton Award for Nonfiction für dieses, dass es für ihn spannend sei, dass die Menschen bei Fiktion generell dächten, dies müsse passiert sein, während sie die Wirklichkeit bei nicht-fiktiven Büchern für unwahrscheinlich hielten.


 
   

   
  
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