Montag, 11. Dezember 2017


  SPECIAL


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Deon Meyer, Südafrikas Krimiautor No. 1.
Deon Meyer im Interview mit dem Literaturportal AfrikaRoman


In unserem Buch Spezial geht es diesen Monat um Deon Meyer, dem Krimiautoren Südafrikas. Unter den Titeln „Das Herz des Jägers” und „Der traurige Polizist” erscheinen in den Monaten August und September zwei neue Kriminalromane des Autoren auf dem deutschen Buchmarkt. Anlaß für uns, Ihnen die Person Deon Meyer etwas näher vor zu stellen:

Deon Meyer Südafrika - West Kap - Paarl
Geburtsort von Deon Meyer

Paarl - "Die Perle am Kap" erstreckt sich in einem breiten, fruchtbaren Tal, welches vom Berg River durchzogen und vom Paarl Mountain überragt wird. Ein Bergmassiv, das sich mit seinen drei Granitkuppeln deutlich von den rötlichen Sandsteinschichten der Umgebung unterscheidet. Unter bestimmten Bedingungen zeigt der Granit einen an Perlen erinnernden Glanz, welcher der 1720 gegründeten Stadt zu ihrem Namen verhalf (afrikaans paarl=Perle).

In dieser verschlafenen Stadt ist Deon Meyer 1958 geboren, aufgewachsen jedoch in Klerksdorp, einer Stadt in der Nordwest Provinz.

Nach der Militärzeit - mit Einsatz im angolanischen Buschkrieg - und dem Studium an der Universität Potchefstroom, arbeitete Deon Meyer als Reporter bei "Die Volksblad", einer Tageszeitung in Bloemfontein. Seitdem war er als Werbetexter, Creative Director, Netzmanager, Internet-Spezialist und Marketingberater tätig.

Deon Meyer schrieb sein erstes Buch, als er 14 Jahre alt war. Einige Zeit später begann er, kurze Geschichten in den südafrikanischen Zeitschriften zu veröffentlichen.
1994 erschien Meyers erster Afrikaansroman, der jedoch nicht übersetzt wurde. Alle neueren Romane sind in einige Sprachen, einschließlich Englisch, Holländisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Bulgarisch übersetzt worden.

„Tod im Morgengrauen” ist bereits auf dem deutschen Buchmarkt erhältlich. „Das Herz des Jägers” wird im August 2005 beim Rütten & Loening Verlag und „Der traurige Polizist” einen Monat später beim Aufbau Taschenbuch Verlag erscheinen. "Der südafrikanische Henning Mankell" schreibt seine hell- und weitsichtigen Krimis, die sich am Kap abspielen, in Afrikaans.

Afrikaans? - Womit wir uns wieder an den Geburtsort des Schriftstellers begeben.
Afrikaans, die jüngste Sprache der Welt, wird von 14,5% der Bevölkerung in Südafrika gesprochen. Bei der eigenständigen Entwicklung der Sprache der niederländischen Siedler blieben Wörter erhalten, die es im niederländischen nicht mehr gibt, andere haben ihre Bedeutung geändert. Wörter aus malaiischen und afrikanischen Sprachen, aus der Seemannssprache und dem Englischen kamen dazu.  Afrikaans Language Monument / Taal Monument Ein Lehrer aus Paarl schuf Grammatik und Wörterbuch und gab 1876 die erste Zeitung in Afrikaans heraus, das 1925 das Niederländische offiziell abgelöst hat. Zur Erinnerung an die Etablierung des Afrikaans als eigene Sprache wurde 1975 in Paarl das Afrikaans Language Monument errichtet (Foto). Heute sind Englisch, Afrikaans und die Sprachen der wichtigsten schwarzen Völker gleichberechtigte Amtssprachen in Südafrika. Englisch ist aber Hauptumgangssprache.


Das Literaturportal AfrikaRoman fragt nach..
Deon Meyer im Interview


AfrikaRoman: Wie kam es dazu, dass Sie Buchautor wurden? Was taten Sie zuvor und wann wußten Sie, dass Sie im Begriff sind, Buchautor zu werden?

Deon Meyer: Ich war in der glücklichen Lage, Eltern zu haben, die Bücher liebten - und die ihre drei Söhne in jungen Jahren am Lesen interessieren konnten. Ich muß ungefähr 10 Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal den Drang hatte zu schreiben, Geschichten zu schaffen, die anderen das große Vergnügen vermitteln würde, das ich in diesem Alter beim Lesen hatte.

Als ich 14 Jahre alt war, bestand mein erster ernsthafter Versuch in der Schriftstellerei darin, dass ich ein schrecklich kleines Buch über einen Helden schrieb, der kein Unrecht tun konnte, mit einen Antagonisten, der wirklich schlecht war. Ich mußte meine zwei Brüder bestechen und erpressen, damit sie zu lasen.

Als Twenty fing ich an einen Roman zu schreiben, aber bald schon realisierte ich, dass meine Fähigkeiten bei dieser Arbeit nicht ausreichten, und so gab ich die Schriftstellerei wieder auf. 10 Jahre später fing ich an, kurze Geschichten zu schreiben und ungefähr zwei Jahre später versuchte ich mich an meinen ersten Roman.

Nach Universität wurde ich Journalist und bis ich mein erstes seriöses Buch schrieb, arbeitete ich als Werbetexter. Beide Jobs lehrten mich viel übers Schreiben.

AfrikaRoman: Sie schreiben Ihre Romane in Afrikaans. Übersetzungen ins Englische, Holländische, Französische, Italienische, Spanische, Bulgarische und auch ins Deutsche gibt es bereits. Doch geht durch eine Übersetzung immer etwas verloren. Denken Sie, dass die Qualität einer Übersetzung an die des Originals heranreicht, zumal das Original aus einem multikulturellen Land kommt?

Deon Meyer: Trotz der größten Anstrengungen von wunderbaren Übersetzern nehme ich an, dass es sehr schwierig ist etwas von der lokalen Nuance des Dialektes zu übersetzen. Jedoch glaube ich, dass die Geschichte eine universale Sprache hat, und wenn diese Geschichte gut genug ist, wird das Buch erfolgreich sein.

AfrikaRoman: Halten Übersetzer für Fragen oder Probleme Rücksprache mit Ihnen und mussten Sie schon mal Neufassungen für Herausgeber im Ausland schreiben?

Deon Meyer: Mein deutscher Übersetzer Ulrich Hoffmann ist brillant und schickte vielen Fragen per Email, um sicherzustellen, dass er genau verstand, was ich versuchte zu sagen. Ich bin sehr glücklich, dieselbe Beziehung zu meinen englischen und französischen Übersetzern zu haben. Interessanterweise sind die einzigen Neufassungen für den amerikanischen Markt entstanden, wo die Kenntnisse über Südafrika vielleicht nicht so umfassend sind wie in Europa.

AfrikaRoman: Beabsichtigen Sie, irgendwann in Englisch zu schreiben, oder werden Sie weiter in Afrikaans schreiben und dann auf die Übersetzung warten?

Deon Meyer: Afrikaans ist meine Muttersprache. Es ist die Sprache, in der ich lebe, träume und liebe. So werde ich fortfahren, meine Bücher in Afrikaans zu schreiben, und weiter meinen wunderbaren, professionellen Übersetzern vertrauen.


 
   

   
  
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