Von vier Frauen und vier Männern handelt dieses Buch. Ausgangs- und Augenpunkt ihrer Biographien ist die Schweiz. Hier lernen sie sich kennen, verweilen und brechen dann in verschiedene Richtungen auf. Wir begegnen Léon Reich, der Buchenwald überlebt und zum Erfinder und Gestalter der helvetischen Uhrenproduktion wird. Erzählt wird die Geschichte von Mary und Hermann Levin Goldschmidt, die in einem schweizerischen Flüchtlingslager aufeinander treffen. Wir lernen Simche Schwarz kennen, der in Zürich zum Philosophen wird. Und es treten Lotte und Herbert Strauss auf, die mit viel Glück über die Grenze in die Schweiz gelangen und von dort aus weiter nach New York, wo sie das Thema Migration und Exil nie mehr loslassen wird.
Als Dozent kehrt Maren zurück, und wieder ist es in Ibadan, wo Wole Soinka 1965 eine Radiostation mit vorgehaltener Pistole zwingt, ein Tonband mit den tatsächlichen Wahlergebnissen auszustrahlen. Die Spottlust ist Maren ein polemischer Blitzableiter, durch den er Mut und Hoffnung nicht verliert. Es entsteht das Porträt eines jungen Menschen auf seinem abenteuerlichen Weg zum politisch engagierten Künstler, der sich unbeirrt, unabhängig und unerschrocken in die Geschicke seines Landes einmischt, um bei seiner Sache zu bleiben: der Würde, der Literatur.
"Soyinka findet das verlorene Kind in uns allen wieder; mutig, mit weit offenen Augen findet er das, was noch unter der Sprache liegt - inmitten von Tönen und Gerüchen." The New York Times
Nigeria in den sechziger Jahren, kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit. Fünf Freunde - ein Journalist, ein Angestellter im Auswärtigen Amt, ein Maler, ein Ingenieur und ein Universitätslehrer -, alle etwa Mitte dreißig, versuchen, sich innerhalb der neuen nigerianischen Gesellschaft zu etablieren. Doch für gut geschulte, aber kritische Geister gibt es keinen Platz in der frisch geschaffenen Bourgoisie. Der Anblick von käuflichen Emporkömmlingen und biegsamen Konformisten treibt sie zwangsläufig zur Flucht in den Spott oder zur Verzweiflung. Wole Soyinkas kunstvoll-satirische Zustandsbeschreibung liefert das Stimmungsbild einer Gesellschaft nach dem mißlungenen Dekolonialisierungsversuch - sprachkräftig, geistreich und voller Humor.
Der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka führt mit diesem Roman zurück ins Reich seiner Kindheit und setzt damit seinem Vater ein bewegendes Denkmal. Es ersteht ein Bild Nigerias im Spannungsfeld zwischen Kolonialismus und Nationalismus, zwischen Christentum und den Naturreligionen.
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