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Westwärts mit der Nacht, Beryl Markham - AfrikaRoman-Rezension
Kommentar zum Buch von Beryl Markham
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«Westwärts mit der Nacht. Mein Leben als Fliegerin in Afrika.»
Verlag: Piper
ISBN: 3-492-23292-2
Seiten: 314
Einband: broschiert
Erschien: 2001
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AfrikaRoman-Rezension zu
„Westwärts mit der Nacht” von Beryl Markham
Autor: Dagmar Sachse
schrieb am 10. März 2007
Beryl Markham ist 17, als ihr Vater, der in Kenia eine Farm betreibt und nebenher Rennpferde züchtet und trainiert, pleite geht.
Sie kommt als Dreijährige aus dem kalten England nach Afrika, ist mit Pferden großgeworden und zur Selbständigkeit erzogen. Also bleibt sie nach dem Ruin ihres Vaters in Kenia, obwohl es ihn ans andere Ende der Welt zieht, nach Peru. Beryl tut das, was sie am besten kann: sie trainiert Rennpferde. Anfangs von der männlichen Konkurrenz mißtrauisch beäugt und belächelt, macht sich die junge Frau durch Kompetenz, Tatkraft und exzellente Ergebnisse bald einen Namen in der Szene. Doch zu Beginn der Dreißigerjahre entdeckt sie eine neue Leidenschaft: die Fliegerei. Sie macht als erste Frau in Ostafrika ihre Pilotenlizenz und fliegt bald darauf als Buschpilotin sowohl Post als auch Passagiere, findet für Großwildjäger die Position und Größe von Elefantenherden heraus und transportiert Kranke ins nächste Hospital. Ein lebensgefährlicher und unsicherer Job, den Beryl, ausgestattet mit nichts als einem Kompaß, ihren Navigationskenntnissen und ihrer Sensibilität für Wind- und Wetterverhältnisse, in wackeligen Zweisitzern souverän meistert.
Ihren größten Erfolg als Fliegerin hat sie 1936, als sie in einem fast 2 Tage dauernden Alleinflug als erster Mensch den Atlantik von Ost nach West überquert. Dieser Flug inspiriert sie zur Autobiographie „Westwärts mit der Nacht”.
Wer einen romantischen Afrikaroman voller perfekter Sonnenuntergänge und wundervoller Romanzen lesen möchte, hat bei „Westwärts mit der Nacht” zum falschen Buch gegriffen. Markhams Schreibstil ist wie sie selbst: nüchtern, zurückhaltend, durch und durch praktisch orientiert und voll von (typisch britischem) Understatement. Wo andere die Begegnung mit einem Löwen, die für Beryl fast tödlich endet, seitenlang beschrieben und dabei alle die Dramatik steigernden literarischen Kniffe genutzt hätten, schreibt sie lediglich „Ich habe noch die Narben von seinen Zähnen und seinen Pranken (
) ich kann ihm wegen seines Ausrutschers nicht grollen.” - wenige Worte für eine Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod.
Auch über ihr Privatleben schweigt sie sich aus. Der Leser erfährt nichts über ihre drei gescheiterten Ehen, ihre Kinder, ihre Liebhaber. Und es ist auch überhaupt nicht nötig, denn dieser Autobiographie fehlt nichts. Sie ist, trotz des schlicht-nüchternen Stils, voller Leidenschaft.
Der Fokus liegt, genau wie im Leben der Autorin, auf drei Dingen: Flugzeugen, Pferden – und dem Schwarzen Kontinent. Beryl Markham beschreibt nicht nur ihr Leben, sondern auch "ihr" Afrika. Und das liest sich durchweg faszinierend und mitreißend. „Westwärts mit der Nacht” ist ein Buch, das sich mit bekannteren Romanen dieser Zeit wie zum Beispiel „Jenseits von Afrika” messen und sie, je nach Vorliebe, sogar in den Schatten stellen kann. Die Liebe der Autorin zu Pferden und später zur Fliegerei ist aus jeder Zeile herauszulesen. Und auch Kritiker des recht unprätentiös daherkommenden und trotzdem so mitreißenden Buches müssen zugeben: es ist die außergewöhnliche Biografie einer außergewöhnlichen Frau.
Beryl Markham starb 84jährig in ihrem Häuschen am Rand der Rennbahn von Nairobi.
Bewertung:
Leserstimme zu „West with the Night” von Beryl Markham
Autor: Susanne Magosch
schrieb am 10. August 2007
Zu „West with the night” von Beryl Markham:
Ich bin der Meinung, ein Buch, das als Autobiographie herausgegeben wird, darf das Privatleben der Autorin nicht vollkommen außen vor lassen und damit dem Leser einen völlig falschen, bzw. unzureichenden Eindruck der geschilderten Person vermitteln. Hätte ich nicht unmittelbar nach 'West with the night' den Roman 'Too close to the sun' von Sara Wheeler gelesen, wäre mein Gesamteindruck von Beryl Markham ein völlig anderer. Nachdem ich 'Too close to the sun' ausgelesen hatte, habe ich einige Passagen aus Beryl Markham's Autobiographie nochmals durchgelesen, da einiges einfach in einem ganz anderen Licht erscheint, wenn man über die zwischenmenschlichen Aspekte und Verknüpfungen der einzelnen Personen Bescheid weiß. Menschen, die in der Autobiographie so nebenbei mal erwähnt werden, spielten anscheinend teilweise eine entscheidende Rolle in Beryl Markham's Leben, was allerdings in ihrer Autobiographie überhaupt nicht deutlich wird. Wäre das Buch als Afrikaroman deklariert worden, wäre dagegen nichts einzuwenden, aber von einer Autobiographie erwarte ich schon, dass ich auch über die betreffende Person zumindest so entscheidende Dinge wie die Tatsache, dass sie mehrmals schwanger war, drei Ehen hinter sich hatte, etc., erfahre. Vor allem wäre es zum besseren Verständnis der von ihr beschriebenen Handlungsstränge hilfreich gewesen, zu wissen, dass zu einigen der im Buch erwähnten Personen ein ganz anderes Verhältnis bestand, als in 'West with the night' vermittelt wird. Ich muss sagen, nach der Lektüre von 'Too close to the sun' fühlte ich mich von der Autobiographie 'West with the night' im Nachhinein irgendwie verschaukelt.
Bewertung:
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AfrikaRoman über Beryl Markham
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