Sonntag, 22. Oktober 2017


Rezension: Regenzauber, Michael Obert





Kommentare zum Buch von Michael Obert
Regenzauber
Verlag: Frederking & Thaler
ISBN: 3-89405-249-X
Seiten: 318
Einband: Taschenbuch
Erschien: April 2005

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AfrikaRoman-Rezensionen zu Michael Oberts:
„Regenzauber”

Autor: Sven Rosenow
schrieb am 9. Oktober 2005

Eine Lesereise ins Innere Afrikas

Ein Ausflug ins Innere Afrikas ist Regenzauber von Michael Obert allemal. Mit fundierten Vorkenntnissen über Riten und Rituale der Naturvölker, Geografie, Ethnologie und Religionen, gewährt uns Michael Obert einen Einblick in eine andere Welt und andere Denkweise.
In den sieben Monaten, in denen sich der Autor einen Kindheitstraum erfüllt und den drittgrößten Fluss Afrikas, den Niger, von der Quelle in Oberguinea bis zur Mündung in Benin folgt, werden Geschehnisse erzählt, denen der Leser nicht immer entnehmen kann, ob sie nun authentisch oder fiktiv sind. Man mag Michael Obert, einem überzeugten und intensiven Reisenden, zu Gute halten, dass diese Übergänge von exzellenten sprachlichen Qualitäten zeugen, doch in meinen Augen verliert Oberts Buch zu deutlich an Authenzität, je weiter man auf den immerhin 657 Seiten vorwärts kommt.
Wer sich gerne dem Stoff eines Krakauer bedient - wer also an der Metamorphose eines gebeutelten Europäers zu einem besseren Menschen interessiert ist - , wer mehr über die magische Welt der afrikanischen Schamane, der Organhändler und Flusspiraten erfahren will und wer sich gerne dem Genre des "literarischen Reiseberichtes" zuwendet, der ist mit diesem Buch genau richtig beraten.

Bewertung: 3 von 5


Verfasser: Dagmar Sachse
schrieb am 5. Juni 2005

Ich war neugierig, als ich mit der Lektüre von Regenzauber begann, konnte ich mir doch unter dem Genre "literarischer Reisebericht" nichts Genaues vorstellen.
Gleich auf ersten Seiten zog mich das Buch total in seinen Bann: ich las abends im Bett; im Zug auf dem Weg zur Uni, in den Pausen zwischen den Seminaren, nachmittags auf der Bank auf dem Spielplatz…„Regenzauber” begleitete mich überallhin. Ich wurde selbst zur Reisenden auf dem schwarzen Fluss, fühlte die Hitze und spürte die Mückenstiche, tauchte ein in eine magische Welt voller Geister und Piraten, Medizinmänner und Rebellen. Eine Welt, in der Fetischeure statt Antibiotika Krankheiten heilen und vor Unheil schützen. Eine Welt, in der es völlig normal ist, dass Menschen sich in Fledermäuse verwandeln und wo so leckere Sachen wie gequirltes Krokodilhirn und Schlangengulasch auf der Speisekarte der Menschen stehen, die am Fluss leben.
Der Autor versteht es meisterhaft, den Leser in diese Welt mitzunehmen.
Besonders fasziniert haben mich die Schilderungen der heiligen Zeremonien der verschiedenen Volksgruppen, die am Ufer des Niger leben. Sie alle haben eine besondere Beziehung zu ihm, der die Lebensgrundlage in Form von Wasser und Nahrung liefert, aber dafür auch Tribute und Opfer fordert.
Auch die allmähliche Wandlung des Autors von einem körperlich und seelisch erschöpften Europäer, der sich mit einer Halskrause und einem vom Orthopäden zum Trainieren verordneten Thera(gummi)band auf den Weg macht und 7 Monate später, nach über 4000 km durch vier Länder, die Halskrause einem afrikanischen Flusspriester schenkt und mit dem Theraband ein Menschenleben rettet.
„Regenzauber” verzaubert wirklich. Es fasziniert, amüsiert, schockiert und bewegt. Und bekommt deshalb von mir das Prädikat: unbedingt lesens- und empfehlenswert!

Bewertung: 5 von 5

Vielen Dank an den Frederking & Thaler - Verlag für das Rezensionsexemplar
© Literaturportal AfrikaRoman - Afrikaromane im Netz


 
   

   
  
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