Sonntag, 28. Mai 2017


Blutiges Erwachen, Roger Smith - AfrikaRoman-Rezension





Kommentar zum Buch von Roger Smith
Blutiges Erwachen
Verlag: Tropen
ISBN: 978-3608502060
Seiten: 355
Einband: gebunden
Erschien: Feb. 2010

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 24. November 2010


Roxy Palmer ist Amerikanerin, Ex-Model und verheiratet mit Joe, einem Waffenhändler.
Der ist zwar weder sympathisch noch gutaussehend, hat aber dafür Geld - wichtig, wenn man, wie Roxy, keinerlei Perspektiven hat, um auf eigenen Füßen zu stehen.
Als die beiden auf dem Heimweg überfallen und ausgeraubt werden, nutzt Roxy die sich bietende Gelegenheit, schneller an ihr Erbe zu gelangen, erschießt ihren Mann und behauptet, die beiden Räuber hätten Joe ermordet.
Allerdings passt einiges in ihrer Geschichte nicht zueinander und der schmierige Bulle Ernie Maggott heftet sich an ihre Fersen.
Auch die zwei Gangster, die Roxy und Joe ausgeraubt haben, sinnen auf Rache, als sie wegen eines Mordes verdächtigt werden, den sie nicht begangen haben.
Mit Billy Africa, einem ehemaligen Söldner, taucht an Roxys Seite überraschend ein Beschützer auf. Aber auch er handelt nicht uneigennützig, denn es geht ihm nur um das ausstehende Gehalt, das der tote Joe Palmer ihm noch schuldet. Und nur deshalb schützt er Roxy: um über sie an sein Geld zu kommen.
Außerdem gibt es noch Piper, einen verrückten, sadistischen Mörder, mehrere Straßengangs, einen alkoholkranken Chirurgen, der volltrunken Kugeln aus Ganoven schneidet, einen kleinen Jungen, der von seiner Mutter verlassen wurde sowie etliche ermordete Blondinen.

Was sich bis jetzt nur wie eine etwas verworrene Story anhört, entpuppt sich schon nach den ersten Seiten als Splatterroman allererster Güte. Ausweiden, erhängen, verbrennen, erschießen, vergewaltigen, verstümmeln - alles, was Menschen an Grausamkeiten angetan werden kann, wird vom Autor in seinem Roman detailgetreu und geradezu genüsslich beschrieben - auf jeder, wirklich jeder der 355 Buchseiten ist Platz für mindestens eine Greueltat. Auch Smith' Erstling „Kap der Finsternis” war kein Roman für schwache Nerven, überzeugte aber durch eine gute Story und war, wenn auch grausam, ungeheuer spannend. Hier versucht der Autor den Schockeffekt noch zu erhöhen - und das geht kolossal nach hinten los. Menschen werden Herzen bei lebendigem Leib herausgerissen, Kinder werden vergewaltigt - bei soviel Unaussprechlichem fallen die paar Dutzend "normalen" Morde zwischendrin schon kaum noch auf. Beim Lesen ist man erst schockiert, dann abgestoßen und am Ende liest man nur noch, um endlich, endlich zum Ende der (hanebüchenen) Story zu gelangen.
Der Verlag nennt dieses Buch einen Thriller, der WDR behauptet gar, es wäre ein Krimi. Aber es ist keins von beidem. Drehbuchautoren von Streifen wie „Saw” oder ähnlichen Filmen wären von dem Material sicher begeistert und auch Fans von alptraumhafter Gewalt kommen voll auf ihre Kosten. Doch sonst sollte niemand Geld für dieses Buch ausgeben.

Bewertung: 1 afrikanische Kontinente
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