Donnerstag, 14. Dezember 2017


Die Giftholzbibel, Barbara Kingsolver - Rezension




Kommentar zum Buch von Barbara Kingsolver
Die Giftholzbibel
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492273848
Seiten: 592
Einband: Taschenbuch
Erschien: 2012

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 20. Juni 2013


Ende der fünfziger Jahre geht der amerikanische Reverend Price mit seiner Frau und den vier Töchtern in den kongolesischen Dschungel, um als Missionar zu arbeiten. Kurz darauf erklärt das Land seine Souveränität, ein Bürgerkrieg beginnt und Familie Price muss um ihr Leben fürchten. Trotzdem will der Reverend das Land nicht verlassen.

Die Giftholzbibel” ist kein autobiografischer Roman, obwohl die Autorin in ihrer Kindheit ein Jahr im Kongo verbrachte. Dieser Lebensabschnitt muss prägend gewesen sein, denn dreißig Jahre später schreibt Barbara Kingsolver dieses großartige Buch.

Erzählt wird die Geschichte der Familie von den fünf Frauen bzw. Mädchen der Prices. Über allem thront der tyrannische, fundamentalistische Vater. Er will den Kongolesen den christlichen Glauben nahebringen, vergisst dabei aber völlig, sich auf die Denkweise der Eingeborenen einzustellen oder sie zu verstehen. Der Konflikt ist vorprogrammiert, der Zusammenprall der Kulturen heftig.

Die Töchter der Familie gehen auf unterschiedliche Weise mit den Umständen um, während die Mutter still leidet und nur selten mit ihrem Schicksal hadert.

Als der Bürgerkrieg ausbricht, steht Familie Price zwischen den Fronten, doch der verbohrte Reverend besteht darauf, im Kongo zu bleiben. Die Katastrophe ist unvermeidbar....

Die Giftholzbibel” ist ein Roman, der aus vielerlei Gründen unter die Haut geht. Einesteils ist es der glaubhaft herausgearbeitete Konflikt innerhalb der Familie, der es unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Aber auch der historische Hintergrund und die politischen Verwicklungen jener Zeit im Kongo wurden gut recherchiert und so erhält man beim Lesen gleichzeitig einen packenden Überblick über die Machtspiele der Nationen, die aus unterschiedlichen Gründen Interesse am Kongo haben, und die politischen „Strippenzieher” im Hintergrund. Reizvoll und gelungen ist zudem die Erzählweise aus fünf unterschiedlichen Perspektiven.

Familiensaga, historischer Roman, Politthriller, Psychodrama - „Die Giftholzbibel” ist alles zugleich und unbedingt empfehlenswert.


Bewertung: 5 afrikanische Kontinente
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