Sonntag, 22. Oktober 2017


Die Tochter des Kongolotsen, Jürgen Schmidt - AfrikaRoman-Rezension





Kommentar zum Buch von Jürgen Schmidt
Die Tochter des Kongolotsen
Verlag: Prospero Verlag
ISBN: 978-3941688063
Seiten: 251
Einband: broschiert
Erschien: März 2011

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 1. August 2011


Jürgen Schmidt ist 16 Jahre alt und wird von allen Mozo genannt, als er auf dem Frachter „Helios” als Schiffsjunge anheuert und Richtung Kongo fährt. Die späten 1950er und die frühen 1960er Jahre sind keine gute Zeit für eine Reise nach Zentralafrika, denn das Ende der belgischen Schreckensherrschaft im zweitgrößten Staat Afrikas ist von Rebellenkriegen und politischen Unruhen gezeichnet.
Doch das interessiert Mozo nicht, denn er verliebt sich Hals über Kopf, wie das nur Teenager können, in die schöne Ruby. Sie ist die Tochter des Lotsen Toby Tom, der die „Helios” in den kongolesischen Hafen Matadi leiten soll.
Die erste Begegnung der beiden bestimmt ihr weiteres Schicksal, denn sie beschließen, trotz widriger Umstände zusammenzubleiben. Schon bald wird Ruby schwanger, doch die politische Lage wird immer instabiler und so muss Mozo aus dem Land fliehen...

Nüchtern und voll kühler Schönheit wie das Ammerland bei Oldenburg, wo Jürgen Schmidt geboren ist, kommt auch die Sprache des Buches daher. Die Lebensgeschichte des Autors, der auf einer Motoryacht lebt und durch Europa kreuzt, wäre durchaus auch Stoff für ein Drehbuch, denn die Story hat alles, was ein guter Film braucht: jede Menge Spannung, authentische politische Hintergründe, Humor und viel, viel Herz.
Der Einblick ins kongolesische Leben ist ebenso interessant wie die Verweise auf die politischen Hintergründe, unter anderem die Ermordung von Patrice Lumumba, der vielen Kongolesen als Hoffungsträger galt. Das Besondere an Jürgen Schmidts Autobiographie aber ist die Liebesgeschichte zwischen Ruby und Mozo. Und auch wenn es für die Beziehung der beiden kein Happy-End gibt, ist „Die Tochter des Kongolotsen” ein wirklich lesenswertes Buch.


Bewertung: 4 afrikanische Kontinente
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