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Der Betrüger, Damon Galgut | AfrikaRoman-Rezension
Kommentar zum Buch von Damon Galgut
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Verlag: Manhattan
ISBN: 978-3442546497
Seiten: 280
Einband: gebunden
Erschienen: Februar 2009
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AfrikaRoman-Rezension zu
„Der Betrüger” von Damon Galgut
Verfasser: Dagmar Sachse
schrieb am 13. Februar 2oo9
Südafrika, irgendwo im Nirgendwo: Adam Napier will noch einmal von vorn anfangen. Er verlor Job und Heim in Kapstadt und plant, in der Einöde der staubigen Karoo als Dichter seine wahre Berufung auszuleben.
Aber die erhoffte Inspiration findet Adam nicht – Einöde, Staub und Langeweile machen ihm zu schaffen. Eines Tages trifft er zufällig Kenneth Canning, einen alten Schulfreund. Obwohl sich Adam nicht erinnern kann, mit ihm befreundet gewesen zu sein, lässt er sich auf den Kontakt ein und taucht in eine völlig andere Welt ein: der reiche Canning und seine mysteriöse Frau Baby leben, umgeben von trockener Wildnis, in einem grünen Paradies, scheinbar unberührt vom Rest der Welt. Es ist ein phantastisch anmutender Ort und Adam erliegt seinem Sog. Er beginnt nicht nur eine Affäre mit Cannings Frau, sondern lässt sich auch in dessen illegale Machenschaften hineinziehen. Und bemerkt zu spät, was er damit auslöst…
Schon wie in „Der gute Doktor“ beschreibt Damon Galgut auch hier einen Mann in mittleren Jahren, der durch ein Ereignis aus seinem eintönigen, frustrierenden Dasein gerissen wird.
Der perspektivlose Adam, der glaubt, seine wahre Bestimmung sei die Lyrik, die anfangs so geheimnisvoll erscheinende Baby, die sich später als berechnend und geldgierig herausstellt und Canning, der Freund aus Kindertagen, der sich ebenfalls von der Aussicht auf Macht und Geld korrumpieren lässt und schlussendlich verliert: die Entwicklung all dieser Charaktere ist großartig beschrieben. Vor allem Adams Sicht seiner selbst und seine Rechtfertigung des moralisch verwerflichen Tuns ist subtil und glaubwürdig beschrieben. Von Beginn an ist das bedrückende Gefühl, einer Katastrophe entgegenzusteuern, sehr stark. Auch der Unterschied zwischen reichen und armen Schwarzen und der neuen „Haute Volee“ im Südafrika nach der Apartheid ist klar und ohne Schönfärberei herausgearbeitet. Korrupt sind hier alle, egal welcher Hautfarbe.
Sicher: wer heitere Romane bevorzugt, sollte „Der Betrüger“ schnell zur Seite legen. Galguts Charaktere sind allesamt unglücklich und einsam, der Grundtenor des Romans ist sehr düster. Und nur, weil Adam Napier in Gedanken ein Idealbild seines Lebens zeichnet und all sein Tun vor sich selbst schönredet, endet der Roman für ihn und den Leser nicht in der vermuteten Katastrophe, sondern nur in einer anderen Form von Einöde und Tristesse. Ein Happy End? Nein – aber ein sehr passender Schluss für diesen Roman.
Bewertung:

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