Mittwoch, 26. Juli 2017


Ich gab mein Herz für Afrika - AfrikaRoman-Rezension




Kommentar zum Buch von Mark Seal
Ich gab mein Herz für Afrika
Verlag: btb
ISBN: 978-3442746040
Seiten: 368
Einband: broschiert
Erschien: Mai 2013

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 27. November 2013


Joan Thorpe ist einundzwanzig Jahre alt, als sie bei der Arbeit den Tierfilmer Alan Root kennenlernt. Als sie später in einem Interview beschreiben soll, wie sie sich in ihn verliebte, sagte sie nur „Peng!”. Mehr gab es dazu nicht zu erzählen - es war Liebe auf den ersten Blick.
Und diese Liebe sollte sie ihr Leben lang begleiten. Zuerst als Paar, das die Tierfilmerei revolutionierte und mit spektakulären Aktionen bald weltberühmt wurde. Die Roots arbeiteten für Bernhard Grzimek, brachten Dian Fossey zu den „Gorillas im Nebel” und flogen mit einem Heißluftballon über den Kilimandscharo. Einer ihrer Filme, „Mysterious Castles of Clay”, über eine Termitenkolonie und ihren Bau, wurde für den Oscar nominiert.
Alan Root wurde berühmt, Joan blieb im Hintergrund. Das entsprach ihren gegensätzlichen Charakteren: Alan, der Mittelpunkt jeder Party, der schlagfertige Draufgänger und Joan, die mindestens genauso mutig war wie ihr Mann, aber im Gegensatz zu ihm schüchtern und still. Sie war die Organisatorin im Hintergrund, die in aller Stille die Fäden zog und dafür sorgte, dass auf ihren vielen Safaris alles reibungslos lief. Alan sagte einmal über sie: „Ich weiß nicht, was ich ohne Joan tun würde. Ich müsste wahrscheinlich drei Frauen gleichzeitig heiraten.”
Zwanzig Jahre sind sie verheiratet und anerkannt als das weltbeste Tierfilmer-Team, als eine andere Frau in Alans Leben tritt. Und Joan muss sich nach dieser langen Zeit ein neues Leben aufbauen, eine neue Aufgabe finden. Sie verschreibt sich dem Tier- und Umweltschutz und trifft dabei in Kenia nicht nur auf offene Ohren. Und im Hintergrund ist immer die Hoffnung präsent, dass Alan zu ihr zurückkehrt...

„Ich gab mein Herz für Afrika” ist die Geschichte einer unglaublichen Frau, deren Leben nur wenig Zeit zum Atemholen ließ. Joan Root war eine Persönlichkeit, deren Lebenswerk es verdient, gewürdigt zu werden. Unbeugsam, mutig und kompromisslos bei der Verfolgung ihrer Ziele, war sie dabei warmherzig und freigiebig. Ihre Mission war Kenia. Während Alan sich immer nur darauf beschränkte, zu dokumentieren, wollte Joan durch ihre Arbeit die Aufmerksamkeit der Welt auf das afrikanische Land lenken, auf die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die nach und nach durch ökologischen Raubbau und Wilderei kaputtging.
Aber es war ein Kampf gegen Windmühlen, den sie allein führte und schon deshalb nicht gewinnen konnte.
Mark Seal gelang mithilfe von Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Interviews ein großartiges Porträt einer einzigartigen Frau. Unbedingt lesenswert!


Bewertung: 5 afrikanische Kontinente
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