Mittwoch, 26. April 2017


Kap der Finsternis, Roger Smith - AfrikaRoman-Rezension





Kommentar zum Buch von Roger Smith
Kap der Finsternis
Verlag: Tropen
ISBN: 978-3608502022
Seiten: 356
Einband: gebunden
Erschien: März 2009

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 27. Juli 2009


Kapstadt, nach der Apartheid: Jack Burn wohnt mit Frau und Kind in einer privilegierten Wohngegend für reiche Weiße. Der ehemalige Gangster Benny Mongrel arbeitet als Nachtwächter auf einer Baustelle und der fette, korrupte Bulle Rudi "Gatsby" Barnard ist der unangefochtene King seines Reviers in den Cape Flats, den Slums von Kapstadt.
Durch einen brutalen Überfall wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die die drei Personen auf schicksalhafte Weise aufeinander treffen lassen.

Kapstadt mit seinen traumhaften Stränden, dem Tafelberg und der bunten Bevölkerung aus allen Teilen der Welt zeigt in diesem Thriller seine hässliche, dunkle Seite. Mit schonungsloser Offenheit und drastischen Worten zeichnet der Autor das Lebens jenseits der Touristenattraktionen, in den Slums: nackte Gewalt, gepaart mit absoluter Hoffnungslosigkeit. Selbst Schönes, Unschuldiges wartet nur darauf, beschmutzt, vergewaltigt und vom Leben enttäuscht zu werden. Es gibt kein Gut und Böse, nur Brutalität und der Kampf ums Überleben bestimmen die Existenz.
Die Charaktere der drei Protagonisten sind glaubwürdig gezeichnet, ebenso wie die Handlung, die ihr hohes Anfangstempo über die ganzen 356 Seiten beibehält. Kap der Finsternis erinnert in Thematik und Grundtenor stark an Mehdi Charefs Tee im Harem des Archimedes, auch wenn Handlungsorte und -zeiten völlig verschieden sind.
Man liest atemlos und kann sich nicht losreißen, obwohl das Gefühl, das Einen beim Lesen beschleicht, kein gutes ist: ein verstörendes, beklemmendes, großartiges Buch - und man sollte sich weder vom zu kurz geratenen Klappentext noch vom mittelmäßigen Cover vom Lesen abhalten lassen. Ein starkes Debüt!

Bewertung: 5 afrikanische Kontinente
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