Sonntag, 28. Mai 2017


Das Buschbaby, Meja Mwangi - AfrikaRoman-Rezension





Kommentar zum Buch von Meja Mwangi
Das Buschbaby
Verlag: Peter Hammer
ISBN: 978-3779501534
Seiten: 260
Einband: gebunden
Erschien: Juli 2007

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 09. Juni 2009


Wir erinnern uns: im "Happy Valley" ist die Aufregung groß, als Chief Toma Tomei endlich den lang ersehnten Sohn mit heim ins Dorf bringt, denn - das Baby ist weiß! Hexerei oder einfach eine Verwechslung? Das Buschbaby bringt Klarheit, denn hier erzählt der Autor die Parallelhandlung.
Die amerikanische Entomologin Kimberly ist schwanger und unglücklich darüber, denn ihr Interesse konzentriert sich ausschließlich auf die Termiten in der afrikanischen Chalbi-Wüste. Ein Kind passt so gar nicht in ihre Lebensplanung. Gemeinsam mit ihrem Mann Ruben beschließt sie, zur Entbindung nach Nairobi zu fahren, doch dank einer vermeintlichen Abkürzung verirren sie sich hoffnungslos und landen schließlich in einem Buschkrankenhaus irgendwo im Nirgendwo. Das Chaos ist perfekt, als dort mitten in der Nacht und während der Geburt der Strom ausfällt.
Die überstürzte Abreise mit dem Neugeborenen aus dem Krankenhaus endet schließlich an einem Schlagbaum einer vergessenen tansanischen Grenzstation. Dort stellen Kimberly und Ruben auch fest, dass das in Tücher gewickelte Baby schwarz ist. Der Grenzbeamte Forodha ist sicher: hier sind Menschenschmuggler am Werk - und er hat endlich wieder etwas zu tun!
Prompt setzt er die beiden in der Grenzstation unter Arrest und ein skurriles Kammerspiel nimmt seinen Lauf.

Wer Happy Valley von Meja Mwangi kennt, der weiß, worauf er sich beim Lesen dieses neuen Romans einlässt: schräger Humor, liebenswerte Typen und vor allem: jede Menge gute Unterhaltung mit viel Augenzwinkern.
Wenn Ruben versucht, sich gegen seine resolute Frau durchzusetzen und der gewissenhafte Grenzer Forodha krampfhaft gewillt ist, das Richtige zu tun: das Lachen lauert beim Lesen hinter jeder Buchseite. In Rückblenden erfährt man viel über die vier Menschen in der Grenzstation: von der forschungsbessenen, kühl analysierenden Kimberly und ihrem völlig unter dem Pantoffel stehenden Mann Ruben, der so gerne ein berühmter Regisseur wäre, statt dessen aber für seine Frau Termiten fotografieren muß. Vom Grenzbeamten Forodha, der von den Behörden vergessen wurde und von seiner ungewollt kinderlosen Frau Miriam.
Und natürlich schließt sich der Kreis letzten Endes mit dem Rücktausch der beiden Babys.
Meja Mwangi bringt den Leser mit einer großen Portion Situationskomik und witzigen Dialogen zum Schmunzeln. Genau wie im Vorgängerroman Happy Valley erzählt er pointiert und äußerst unterhaltsam eine eher ungewöhnliche Geschichte. Komisch, äußerst amüsant - und lesenswert!

Bewertung: 4 afrikanische Kontinente

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