Freitag, 24. März 2017


Rote Spur, Deon Meyer - Rezension




Kommentar zum Buch von Deon Meyer
Rote Spur
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3352008108
Seiten: 625
Einband: gebunden
Erschien: Sept. 2011

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 4. November 2011


Personenschützer Lemmer soll einen Transport zweier Nashörner von Simbabwe nach Südafrika überwachen. Eigentlich nicht sein Metier, und er startet mit ungutem Gefühl auf den illegalen Ausflug. Begleitet wird er von einer schönen Tierärztin und einem jungen Farmer, der als Fahrer des Trucks fungiert.
Lemmers Vorahnung bewahrheitet sich, als der Transport überfallen und er übel zusammengeschlagen wird. Allerdings waren die Banditen keineswegs an den Tieren beziehungsweise ihren äußerst wertvollen Hörnern interessiert. Was suchten sie dann?

Milla Strachan, brave Vorstadthausfrau aus Durbanville, hat genug von der Geringschätzung ihres Mannes und verlässt ihre Familie. Sie findet einen Job als Informationsauswerterin und Rechercheurin beim südafrikanischen Geheimdienst und stößt bei ihrer Arbeit auf Lukas Becker, einen angeblichen CIA-Agenten. Milla verliebt sich und stürzt in einen Strudel von Ereignissen, die sie bald nicht mehr kontrollieren kann.

Ein islamistischer Anschlag in Südafrika? Der Geheimdienst des Landes am Kap ist alarmiert und sucht fieberhaft nach konkreten Hinweisen. Leider misslingen alle Überwachungsaktionen, viele Spuren verlaufen im Sand. Ist die Katastrophe noch abzuwenden?

Der Ehemann von Tanja Flint wird vermisst, mehrere Monate schon. Mit der Arbeit der Polizei unzufrieden, schaltet sie eine Privatdetektei ein und Mat Joubert, alter Bekannter aus früheren Deon-Meyer-Romanen, bekommt den Fall. Bei seiner Ermittlung stößt er auf viele Ungereimtheiten: wieso mietete Tanjas Mann, ein braver Angestellter, ein Lagerhaus und unterhielt ein geheimes, gut gefülltes Bankkonto? Der Detektiv findet bei seiner Arbeit eine Spur, die zum organisierten Verbrechen führt.

Versuchen Sie es: nehmen Sie dieses Buch in die Hand und legen Sie es dann wieder weg. Versuchen Sie es. Man schafft es einfach nicht.

(Don Winslow)

Dieses Zitat auf dem Buchumschlag macht neugierig - und weckt Erwartungen, die Rote Spur leider nicht von Beginn an erfüllen kann. Zu viele Protagonisten, zu viele Handlungsstränge. Man verliert die Übersicht, ist verwirrt, blättert oft zurück - es ist einfach zuviel Handlung. Die Charaktere bleiben blass und weniger authentisch als in den anderen Büchern des Autors. Deon Meyer hat in der Vergangenheit einige fesselnde Thriller geschrieben. Hier ist der Versuch, es noch spannender zu machen, noch eine Schippe draufzupacken, zumindest in der ersten Buchhälfte danebengegangen.

Ab etwa der Mitte des Buches fügen sich die Erzählstränge langsam zu einem Bild zusammen. Man ahnt die Zusammenhänge und dann packt den Leser Rote Spur tatsächlich mit aller Kraft. Man sollte sich für das Lesen der letzten circa 300 Seiten eine zusammenhängende Zeitspanne reservieren, den auf dem Endspurt bewahrheitet sich das Zitat des amerikanischen Autors Winslow: Man kann diesen Roman ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr aus der Hand legen. Und das zeigt die Meisterschaft Deon Meyers.
Obwohl am Ende ein paar Fragen offen bleiben, gehört Rote Spur zu den herausragenden Thrillern dieses Jahres.


Bewertung: 4 afrikanische Kontinente

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