Samstag, 25. März 2017


Roter Staub, Gillian Slovo - AfrikaRoman-Rezension





Kommentar zum Buch von Gillian Slovo
Roter Staub
Verlag: Fischer Tb
ISBN: 3-596-15668-8
Seiten: 325
Einband: broschiert
Erschien: Juli 2003

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AfrikaRoman-Rezension zu
„Roter Staub” von Gillian Slovo

Autor: von Sven Rosenow
schrieb am 15. Dezember 2005

In einem Zitat über die vielfältige Thematisierung Südafrikas von Schriftstellern bezeichnet Gillian Slovo das Land als ein: "... meschuggenes, unheimliches, groteskes und schmerzliches Land; es ist tatsächlich Wilder Westen.".
Sie selbst greift in ihrem Gerichtsdrama "Roter Staub" das Thema der Wahrheits- und Versöhnungskommission auf, die mit der Aufarbeitung der politisch motivierten Verbrechen während der Zeit der Apartheid beschäftigt ist.

Nach dem Ende der Apartheid zieht die Wahrheitskommission durch das Land. Den Fall Dirk Hendricks betreffend, macht die Kommission auch in der Provinzortschaft Smitsriver halt. Hier, in einer heissen Einöde findet es statt; eines der Anhörungsverfahren, das Täter und ihre Opfer, die Folterer und die Hinterbliebenen der Ermordeten aufeinander treffen lässt.

Doch wer sind Täter - und wer die Opfer? Dieser Frage geht Sarah Barcant - eine erfolgreiche New Yorker Anwältin -nach, die von ihrem Mentor und väterlichen Freund Ben Hoffman in ihr Heimatland zurückgerufen wird. Auf der Suche nach der Antwort entdeckt Sarah die fatale Abhängigkeit zwischen Tätern und Opfern und begegnet zugleich deren Wandlungsfähigkeit. Dabei wird klar, dass die rassischen Spannungen noch immer Bestand haben.

Neben dem Anhörungsverfahren werden in diesem Buch aber auch oder gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen der handelnden Personen beschrieben. So handhabt die Autorin es bemerkenswert gut, ihre Charaktere, trotz des extremen psychologischen Drucks, ausgeglichen zu halten und erlaubt keine übermäßige Sentimentalität und Nostalgie. Dabei ist der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart großartig und die Geschichte bietet genügend Dynamik, um das Interesse des Lesers bis zum Ende wach zu erhalten.

Fazit: Auch wenn Smitsriver und seine Bewohner frei erfunden sind: den "Dialog" zwischen Tätern und Opfern gab es wirklich. Dieses Buch ist ein großes Stück Vergangenheitsbewältigung, in dem die Wahrnehmung der Erlebnisse des jeweils Anderen sehr menschlich beschrieben werden.

Gillian Slovo: Roter Staub

Bewertung:

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