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Glossar

Ein Lexikon umgangssprachlicher Ausdrücke und afrikanischer Begriffe

 

[Kikuyu]

Das Hauptsiedlungsgebiet der Kikuyu, der größten ethnischen Gruppe Kenias, sind die Distrikte Murang'a, Kiambu und Nyeri in Zentralkenia. Das fruchtbare Land förderte ihre Entwicklung zu erfolgreichen Bauern, und Landbesitz hat bei den Kikuyu traditionell einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Aber sie gelten nicht nur als gute Landwirte, sondern auch als begabte Händler und Unternehmer.

Heute leben viele Kikuyu in Nairobi und bekleiden wichtige Positionen in Wirtschaft und Politik. Auch Jomo Kenyatta, der erste Präsident des unabhängigen Kenia, war ein Kikuyu.

Die Mythen der Kikuyu erzählen von einem Stammelternpaar namens Gikuyu un Mumbi. Ihr Gott [Ngai] schuf den Berg Kirinyaga und wies dem Mann Gikuyu seinen Anteil an den Tälern und Tieren zu. Vom Gipfel des Berges aus zeigte der Gott Gikuyu die Schönheit des Landes, besonders einen Platz unter großen Feigenbäumen, an dem Gikuyu sein Heim errichten sollte. Dort fand er Mumbi, die er zur Frau nahm und mit der er neun Töchter hatte. Die Töchter wurden erwachsen, und nirgends war ein Mann, den sie hätten heiraten können. Gikuyu flechte Ngai um Hilfe an und brachte ihm ein Lamm und Zicklein als Opfer dar. Und als er das nächste Mal die Opferstelle betrat, warteten dort neun Männer auf ihn, die er glücklich zu seiner Familie brachte. Doch mit der Heirat war Gikuyu nur einverstanden, wenn die Männer versprachen, nach der Hochzeit nicht mit ihren Frauen wegzuziehen, und wenn sie das Matriarchat anerkannten. So lebten sie alle weiter als Gruppe zusammen, die sich zu Ehren der Mutter "Mbari ya Mumbi" nannte. Erst als die Eltern gestorben waren, gründete jede Tochter mit ihren Nachkommen einen eigenen Familienverband, doch das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Clans blieb weiter bestehen. Über viele Generationen herrschten die Frauen über die Familie, so wie es vereinbart worden war. Doch den Männern missfiel im Laufe der Zeit die immer anmaßenderen Haltungen der Frauen und die Vielmännerei. So verschworen sie sich gegen sie, doch nicht mit Gewalt, sondern mit List und Tücke. Die Frauen wurden umworben und verführt, und als alle Frauen schwanger waren, übernahmen die Männer die Herrschaft. Von da an war alles umgekehrt: Oberhaupt der Gemeinschaft waren jetzt die Männer, die ebenfalls polygam lebten. Das einzige Privileg, das man den Frauen ließ, war, dass sie die Namenspatroninnen der neun wichtigsten Kikuyu-Clans blieben.

  
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