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Charlotte Otter: Balthasars Vermächtnis

Charlotte Otter: Balthasars Vermächtnis

Charlotte Otter: Balthasars Vermächtnis

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Der Farmersohn Balthasar Meiring war in der Aidshilfe aktiv bis ihm jemand vier Kugeln in die Brust jagte. Kriminalreporterin Magdalena Cloete argwöhnt, dass hier etwas gedeckelt werden soll. Auf der Suche nach der Wahrheit legt sie sich mit lokalen Politikern und Gangstern an …

Südafrika: Pietermaritzburg ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Und die zwei Schwerpunkt-Ressorts der lokalen „Gazette“ sind Kriminalität und Gesundheitswesen, was einiges über Pietermaritzburg sagt. Kriminalreporterin Magdalena Cloete kennt ihre Stadt und macht sich keinerlei Illusionen. Eines Morgens wird auf der Schwelle des Aidshilfe-Zentrums ein Mann erschossen.
Ein politischer Mord? Maggies Instinkte schlagen Alarm, denn das Opfer Balthasar Meiring hat nur eine Woche zuvor vergeblich versucht, sie auf einen laufenden Gerichtsprozess aufmerksam zu machen. Dabei ging es um betrügerische Geschäfte mit wirkungslosen Arzneien, die angeblich AIDS kurieren. Steckt noch mehr dahinter als die übliche Geschäftemacherei?
Als sie zu recherchieren beginnt, hat Maggie auf einmal Schlägertypen an der Hacke. Doch Drohungen und selbst Anschläge verstärken nur ihre Sturheit. Denn mittlerweile weiß sie genug über Balthasars Leben und Engagement, um ihre professionelle Distanz in den Wind zu schießen und mit gefährlichen Stunts ihren Hals zu riskieren.


Autorin: Charlotte Otter
Balthasars Vermächtnis
Taschenbuch, 256 Seiten
Erschien: 2013, Argument Verlag

Die Originalausgabe erschien unter dem Titel: Balthasar’s Gift; aus dem Englischen von Else Laudan.


Rezension zu: Balthasars Vermächtnis

Ich will, dass Sie der Sache nachgehen.

Diese Worte hallen der Pietermaritzburger Kriminalreporterin Magdalena Cloete noch im Ohr, als sie zum Schauplatz des Mordes an Balthasar Meiring kommt. Der Mann, der sie in seinem Anruf vergeblich bat, einen laufenden Gerichtsprozess zu verfolgen, bei dem es um Geschäfte mit wirkungslosen AIDS-Arzneien geht, ist tot. Erschossen, mitten auf der Straße.

Und Magdalena hat das dumpfe Gefühl, zu spät zu kommen. Sie wimmelte Balthasar ab, hatte kein Interesse an einem anscheinend langweiligen Fall von Arzneienschwindel. Umso mehr kniet sie sich nun in die Arbeit, recherchiert Hintergründe des Mordfalls und gräbt in der Vergangenheit des Opfers. Je weiter sie bei ihren Ermittlungen kommt, umso mehr wird klar: es geht um viel mehr als nur um einen simplen Raubmord, zu dem die Polizei in Pietermaritzburg den gewaltsamen Tod Meirings abstempelt. Es geht um eine Familie, die in der Vergangenheit lebt, um die Ignoranz der südafrikanischen Politik beim Thema HIV/AIDS und um skrupellose Geschäftemacherei mit Leid, Unwissenheit und Aberglaube. Magdalena vergisst alle professionellen Grenzen ihres Berufes und steckt schon bald bis zum Hals in Schwierigkeiten.

Balthasars Vermächtnis ist der Debütroman der Autorin Charlotte Otter, die früher selbst als Kriminalreporterin gearbeitet hat. Das Thema ist brisant und gut umgesetzt, doch leider kranken die Protagonisten dann und wann an Unglaubwürdigkeit. Die allzu taffe, aber gleichzeitig mit wenig Selbstbewusstsein ausgestattete Hauptheldin des Romans nervt teilweise durch immer wieder an ihr nagende Selbstzweifel. Auch ihr Kleinkrieg mit der Kulturredakteurin Sally-Anne ist ein überflüssiger Nebenschauplatz, der dem Handlungsfluss nicht gut tut. Die Love-Story zwischen Magdalena und einem Jugendfreund des Opfers bleibt oberflächlich, die Konflikte mit ihrem Chefredakteur unlogisch. Positiv ist die Umsetzung eines Themas zu erwähnen, dass viele Menschen in Europa nur noch am Rande berührt: AIDS. In Afrika hat die Erkrankung dramatische Auswirkungen und fehlende Medikamente tun ihr Übriges.

An vielen Stellen spannend, lässt Balthasars Vermächtnis leider beim Lesen auch oft mit hochgezogenen Brauen und rollenden Augen innehalten. Ein wenig mehr Konzentration aufs Wesentliche hätte dem Roman gut getan.

Veröffentlicht am 19. November 2013

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AfrikaRoman bewertet "Balthasars Vermächtnis" mit:
  • Gesamtbewertung
3

Über den Autor

Dagmar Iselt

Dagmar Iselt

Dagmar ist eines der Gründungsmitglieder des Literaturportals. Sie ist hauptberuflich Bibliothekarin und damit schon per se literaturbegeistert. Außerdem liebt sie es zu laufen, nebenberuflich Pilates zu unterrichten, zu kochen (und zu essen) und in der Welt umherzureisen. Dabei am liebsten im Gepäck: Bücher von Deon Meyer, Henning Mankell oder Chimamanda Ngozi Adichie.

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