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Utopia: Roman aus ÄgyptenAhmed Khaled Towfik

Utopia: Roman aus Ägypten


ISBN-10: 3857874570 | ISBN-13: 978-3857874574
Gebundene Ausgabe, 188 Seiten
Erschien: April 2015, Lenos Verlag
Aus dem Arabischen von Christine Battermann




Kurzbeschreibung zu „Utopia: Roman aus Ägypten“


Ägypten im Jahr 2023. Hinter den hohen Mauern, die die Luxuskolonie Utopia von der Außenwelt abschotten, plagt die Jugendlichen die Langeweile. Nur die »Jagd« verschafft ihnen den ersehnten Nervenkitzel. Dabei dringen sie in die Elendsquartiere jenseits der Grenzen ein, töten einen der Anderen und bringen einen Körperteil als Trophäe zurück. Auch ein junger Mann und seine Freundin wollen diesen Kick erleben. Doch ihr Ausflug in die verwahrlosten Armenviertel Kairos erweist sich als gefährlicher denn erwartet. Enttarnt und verfolgt von hasserfüllten Bewohnern, werden sie ihrerseits zur Beute. Werden sie ihre Haut retten können? In seinem Thriller schildert Ahmed Khaled Towfik eindrucksvoll die Gefühlskälte des Protagonisten, der nur mittels Gewalt seine eigene Existenz zu spüren glaubt. Er skizziert eine Gesellschaft in nicht ferner Zukunft, in der die Spaltung zwischen Arm und Reich buchstäblich zementiert ist: angesichts aktuell zunehmender sozialer Spannungen (nicht nur) in Ägypten ein drängender, beängstigender Weckruf.

 

 


 

Buchrezension von Jeannette Oholi
Veröffentlicht am 8. Juni 2015


 

Ägypten im Jahr 2023: Die Oberschicht residiert in Utopia, einer abgeschotteten Kolonie an der Küste, während die restliche Bevölkerung, die Anderen, in Ghettos tagtäglich um das Überleben kämpft. Die Reichen vertreiben sich ihre Zeit mit Drogen und Sex, die Anderen sammeln Müll, schuften in Fleischfabriken, prostituieren sich. Um der Langweile zu entfliehen und einen Kick zu erleben, verlassen die Privilegierten von Zeit zu Zeit ihre Festung, um Jagen zu gehen. Ihre Beute: die Anderen.

Einer der vom Leben im Überfluss gelangweilten Reichen ist der junge Ich-Erzähler. Er ist nicht nur namenlos, sondern auch gefühlslos. Emotional völlig abgestumpft nimmt er die Droge Phlogistin, um wenigstens einen kleinen Kick zu erleben. Zusammen mit seiner Freundin schmiedet er den Plan, auf die Jagd zu gehen und einen Teil des Opfers als Trophäe zurück nach Utopia zu bringen.

Die beiden überwältigen zwei Andere, die am Abend die Luxuskolonie nach getaner Arbeit in einem Bus wieder verlassen wollen. Der Ich-Erzähler und seine Freundin gelangen – getarnt durch die Kleidung der Anderen – in die Slums und suchen nach einem Menschenopfer.

Ihre Wahl fällt auf eine Prostituierte. Der Ich-Erzähler geht mit ihr an einen Ort, an dem er sich unbeobachtet wähnt. Ein Schlag in den Nacken soll die junge Frau bewusstlos machen. Dieser Schlag wird jedoch von ihrem Onkel und anderen Männern beobachtet. Die Tarnung fliegt auf.

Unter den Beobachtern der Szene ist auch Gâbir. Anstatt die beiden Reichen an die rachsüchtigen Anderen auszuliefern, rettet und versteckt er sie bei sich, bis er sie nach Utopia zurückbringen möchte. Er gibt vor, zu helfen, auch wenn er die Reichen hasst. Doch wer kann hier wem trauen? Lassen sich die Jäger von ihrem Plan abbringen oder werden sie womöglich selbst zu den Gejagten?

Ahmed Khaled Towfiks „Utopia“ ist ein überwältigender Roman, der einen atemlos zurücklässt. Das Schreckensszenario eines Landes, das tief gespalten in arm und reich in Gewalt versinkt, lässt niemanden kalt. Und doch gibt es Hoffnung zum Schluss. Menschlichkeit ist stärker als all die Gewalt. Sie ist es, die den Jägern fehlt. Und sie ist es auch, die letztendlich an der Macht der Reichen rüttelt.


Bewertung: 5 afrikanische Kontinente

Leserstimmen

noch kein Buchkommentar




 

AfrikaRoman über Ahmed Khaled Towfik


  
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