Sonntag, 28. Mai 2017


Roadmovie Kapstadt von Ulf Iskender Kaschl (Rezension)





Rezension zum Buch von Ulf Iskender Kaschl
Roadmovie Kapstadt
Verlag: Éditions Trèves
ISBN: 978-3880816053
Seiten: 264
Einband: broschiert
Erschien: 2010

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 30. Mai 2011


Südafrika in all seinen Facetten

„Komm ans Kap!”
Alexander ist Student, als er zum ersten Mal nach Südafrika kommt, um für ein Jahr an der University of Cape Town zu studieren. In eines der sterilen Wohnheime auf dem Campus will er nicht einziehen, er möchte mittendrin sein im Kapstädter Leben. Also sucht er sich ein Zimmer in Woodstock, einem multikulturellen, bunten Wohnviertel. Er teilt das kleine Haus mit seiner Vermieterin Kay, deren Mann einen Surfshop in Griechenland betreibt und deshalb nur selten daheim ist.

Er lernt Mona kennen, die als Bedienung in einem Café arbeitet und ihn mit ihrer furchtlosen Art fasziniert. Gleichzeitig ist er abgestoßen von den rassistischen Äußerungen, die sie in ihre Gespräche einfließen lässt. Die Beziehung zu Mona ist schwierig, rätselhaft und endet schließlich in einer Enttäuschung.

Gleichzeitig lernt er Kapstadt kennen und lieben. Fasziniert von der Lebendigkeit und Wildheit der Stadt, geht er auf Entdeckungsreisen ...

Iskender ist ein türkischer Vorname. Die deutsche Form ist Alexander und somit ist der Protagonist von „Roadmovie Kapstadt” mit diesem Namen relativ leicht als der Autor selbst zu erkennen. Wieviel Autobiografisches in Kaschls Roman steckt, wird nicht deutlich - das ist auch völlig unnötig, denn dieses Debüt hat alles, was ein unwiderstehliches Buch braucht.

Besonders reizvoll ist dabei die Verwebung zweier Zeitstränge. Alexander reist zum ersten Mal zur Zeit der Regierung Mandelas als Austauschstudent nach Südafrika und zum zweiten Mal zehn Jahre später. Beide Reisen werden in „Roadmovie Kapstadt” verbunden. Anfangs ist es etwas mühsam, beim Lesen nicht die Orientierung zu verlieren, aber spätestens nach den ersten drei, vier Kapiteln ist man mittendrin im Alltag auf Kapstadts Straßen. Man hört die Musik aus den Bars, die Rufe der BlackCab-Driver, spürt die Sonnenhitze, riecht die Gerüche der Stadt. Die Gegensätze - Villenvororte auf der einen, Townships auf der anderen Seite - und die Gewalt auf den Straßen schockieren. Kapstadt ist eine Stadt der Gegensätze, ein Ort zwischen unglaublicher Schönheit und erschreckender Brutalität.

Egal, ob man nun ein Fan von Reiseliteratur oder Abenteuerbüchern ist oder doch lieber gesellschaftskritische Romane liest - „Roadmovie Kapstadt” verkörpert alle diese Genres.

Der Leser spürt, dass hier eigene Erlebnisse verarbeitet und nicht nur Recherchiertes heruntergeschrieben wird. Es steckt Herzblut in der kurzweiligen, spannenden Story, Emotionen - und viel Liebe für das Land am Kap.

Ulf Iskender Kaschl: Roadmovie Kapstadt


Bewertung: 5 afrikanische Kontinente
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