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Auf der Fährte des Teufels: Zu Fuß durch Sierra Leone und Liberia

Auf der Fährte des Teufels
Dagmar Iselt
Geschrieben von Dagmar Iselt
Tim Butcher: Auf der Fährte des Teufels

Tim Butcher: Auf der Fährte des Teufels

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Selbstherrliche Diktatoren, gnadenlose Machtkämpfe, drohende Bürgerkriege: Als junger Kriegsreporter berichtete Tim Butcher über die verheerenden Zustände in Sierra Leone und Liberia. Zehn Jahre später kehrt er zurück in die von archaischen Ritualen und Rohstoffkonflikten gezeichneten Staaten und lotet aus, ob es einen Ausweg aus der Spirale von Armut und Gewalt geben kann. Er legt 300 Kilometer auf Dschungelpfaden zurück, von Freetown bis nach Monrovia, einer Route, die 75 Jahre vor ihm der britische Schriftsteller Graham Greene bereist hat, und begibt sich damit auf einen lebensgefährlichen Fußmarsch mit ungewissem Ausgang.

Rezension zum Buch von Tim Butcher: Auf der Fährte des Teufels

Eine Wanderung durch Sierra Leone und Liberia? Klingt komplett verrückt, ist es wohl auch, doch der Wahnsinn hat Methode bei Tim Butcher, Journalist und Autor. Bereits mit seiner Reisereportage Blood River bewies er, damals auf den Spuren des legendären Abenteurers Henry Morton Stanley, das er fantastische Reisereportagen über Gegenden schreiben kann, in die kaum jemals ein Tourist seinen Fuß setzt.
Zu dieser Reise inspirierte Butcher Graham Greenes „Journey without maps“, eine 75 Jahre alte Reportage über eine Tour Greenes und seiner Cousine Barbara durch – Sierra Leone und Liberia. Der Autor nimmt denselben Weg wie die Greenes etliche Jahrzehnte vorher, nur begleitet von einem Freund und zwei einheimischen Führern. Von Freetown nach Monrovia, 560 km quer durch den Dschungel, komplett zu Fuß, durch zwei Länder, die durch jahrelange Bürgerkriege, Armut und Gewalt gezeichnet sind.
Butcher kennt Liberia, er war als Reporter für den britischen Daily Telegraph im Land, als der Bürgerkrieg tobte. Seine Berichte machten den damaligen Diktator Charles Taylors so wütend, dass er Butcher sogar Todesdrohungen zukommen ließ. Mittlerweile muss sich Taylor wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verantworten.
Sierra Leone und Liberia gelten mittlerweile als befriedet, unmittelbare Gefahr besteht wohl nicht. Tim Butchers Schilderungen sind immer wieder verknüpft mit den Aufzeichnungen und Erlebnissen der Greenes, viele Regionen sind auch 75 Jahre später noch unverändert. Außerdem berichtet der Autor von Geheimbünden, die besonders auf dem Land immer noch aktiv sind und große Macht auf die Bevölkerung ausüben. Butchers Theorie ist, dass sich Liberia vom Einfluss dieser Geheimbünde befreien muss, um langfristig Stabilität zu erreichen. So einfach ist es wahrscheinlich nicht, aber seine gelegentlichen Streifzüge durch die Geschichte des Landes sind hochinteressant geschrieben. Auch die Schilderungen des Dorflebens in Liberia und der Menschen, denen er unterwegs begegnet, sind durchweg plastisch und gelungen. Etliche Fotos in der Buchmitte illustrieren zusätzlich, wären allerdings im jeweiligen Kapitel angebrachter gewesen.
Insgesamt ist „Auf der Fährte des Teufels“ ein flüssig zu lesender, durchaus packender Reisebericht.


Tim Butcher: Auf der Fährte des Teufels
Untertitel: Zu Fuß durch Sierra Leone und Liberia
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
Erschien: September 2011, MalikVerlag


Veröffentlicht am 15. Februar 2012

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AfrikaRoman bewertet "Auf der Fährte des Teufels" mit:
  • Gesamtbewertung
4

Über den Autor

Dagmar Iselt

Dagmar Iselt

Dagmar ist eines der Gründungsmitglieder des Literaturportals. Sie ist hauptberuflich Bibliothekarin und damit schon per se literaturbegeistert. Außerdem liebt sie es zu laufen, nebenberuflich Pilates zu unterrichten, zu kochen (und zu essen) und in der Welt umherzureisen. Dabei am liebsten im Gepäck: Bücher von Deon Meyer, Henning Mankell oder Chimamanda Ngozi Adichie.

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