Maryse Condé

Maryse Condé, geboren 1937, ist eine französische Schriftstellerin mit karibischen Wurzeln. Sie studierte in Paris und lehrte unter anderem in Ghana, im Senegal, in Frankreich und in den USA. Condé hat mehr als 30 Romane veröffentlicht. Bekannt wurde die Autorin vor allem durch die Familiensaga “Segu”, in der sie die Geschichte der westafrikanischen Familie Traoré erzählt.

AfrikaRoman über Maryse Condé

Maryse Condé ist in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe geboren worden, als Jungste einer Familie von acht Kindern. Schon während ihrer Schulzeit findet sie Geschmack an der Literatur, besonders an englischer Literatur.

Sie heiratet 1958 Mamadou Condé, einen Schauspieler aus Guinea. Sie und ihre vier Kinder, welche natürlich nicht unehelich sind (doch ihr Ehe hält nicht), leben unteranderem in Guinea, Ghana, Mali und auch im Senegal. In Mali hat Maryse Condé die Inspiration ihres Bestsellers geschöpft: „Segu - Die Mauern aus Lehm” (1984).

Die Autorin lernt Afrika und die Politik, den schrecklichen afrikanischen Sozialismus* und die Probleme, mit denen ein unabhängiges Land konfrontiert werden kann, kennen.

Sie kämpft in den revolutionären Parteien Afrikas. Während dieser Zeit spezialisiert sich Maryse Condé auf die mündliche Literatur von Westafrika. Sie macht ihr Doktorat.

In Frankreich lehrt die Autorin ab 1980 an der Universität von Paris.

Im Jahre 1984 kehrt Condé nach Guadeloupe zurück mit der Absicht, dort zu leben. Aber eingeladen in den USA zu lehren, findet sie Gefallen an der Freiheit der amerikanischen Lebensweise und unterrichtet dort weiter.

Im Jahre 1993 war sie die erste Frau, die für die Gesamtheit ihres Werkes den Puterbaugh-Preis erhielt, der in den Vereinigten Staaten an einen Schriftsteller französischer Sprache verliehen wird.

Bis 2002 lehrte die Professorin Literatur in der Columbia-Universität (New York).

2018 wurde der Schriftstellerin Maryse Condé aus dem französischen Überseedepartement Guadeloupe der Literaturpreis der Neuen Akademie in Stockholm verliehen. Der Preis wurde als Alternative zu dem in 2018 nicht verliehenen Nobelpreis ins Leben gerufen.

* Mitte des 20. Jh. Entkolonialisierungswelle in Schwarzafrika: Wie auch andere Westafrikanische Staaten beschreitet Guinea um 1960 den Weg in einen spezifisch afrikanischen Sozialismus, mit Verstaatlichungen, Bodenreform, Planwirtschaft, Bildungsrevolution, um nicht nur eine formale, sondern auch eine reale ökonomische Unabhängigkeit vom westlichen Kapital zu erreichen.

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