Sonntag, 22. Oktober 2017


Henning Mankell




Henning Mankell
„Nordschweden - raues Klima, geringe Bevölkerungsdichte”
In solche einer Gegend, namens Härjedalen, wurde Henning Mankell im Winter 1948 geboren. Von der Mutter verlassen, zog sein Vater, ein Richter, den kleinen Henning alleine auf.

Mit 17 Jahren ging er nach Stockholm und wurde Regie-Assistent am renommierten Riks-Theater. Henning Mankell begann mit dem Schreiben. Bei seinen Regiearbeiten, wie auch in seinen literarischen Werken bediente sich der Schwede gesellschaftlichen und politischen Themen.

Schon als Kind träumte er davon, den Afrikanischen Kontinent zu bereisen, 1972 erfüllte er sich erstmals diesen Wunsch und fand in Afrika seine wahre Heimat. Henning Mankell entwickelte eine kritische Distanz zu Europa. Seine nächsten Werke behandelten Themen wie Arbeitsbewegung, Imperialismus und Klassenkampf.

In den achtziger Jahren pendelte Henning Mankell zwischen Schweden und Afrika hin und her. In Schweden arbeitete er für verschiedene Theater als Regisseur, Autor und Intendant, in Afrika übernahm er in Maputo, Mosambik den Aufbau einer professionellen Theatergruppe. Der Rhythmus Afrikas bestimmte seinen Tagesablauf. So schrieb er vormittags an seinen Romanen und arbeitete nachmittags mit seinem Theaterensemble. Bis heute verbringt Henning Mankell mehr als die Hälfte des Jahres in Maputo, die Sommermonate in seiner schwedischen Zweitheimat.

In den neunziger Jahren entstanden die neun Bücher der Wallander-Reihe. Kriminalromane die monatelang auf den Bestsellerlisten in verschiedenen Ländern standen.

Seit im Frühjahr 2000 Mankells Wahlheimat Mosambik von einer verheerenden Flutwelle heimgesucht wurde, bei der über 700 Menschen starben, rund eine halbe Million Menschen obdachlos wurden, setzte sich der mehrfach Preisgekrönte Autor für die notleidenden Menschen ein. Dabei arbeitet Mankell mit der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zusammen.

Sein Leben in Mosambik lieferte Henning Mankell zudem den Stoff für verschiedene Romane, die in Afrika angesiedelt sind. 1995 erschien mit Der Chronist der Winde (dt. 2000) ein Roman über das Leben von Straßenkindern. In Die rote Antilope (2000, dt. 2001) schildert Mankell die Geschichte eines Buschmannjungen, der von einem Forscher nach Schweden verschleppt wird. Im Februar 2003 erschien der Roman „Tea-Bag”, der Einblick in die illegale Welt der Einwanderer gewährt und gleichzeitig eine Satire auf den modernen Literaturbetrieb ist. Es ist ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst - ein neues Genre, in dem Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.

Henning Mankell verstarb am 5. Oktober 2015 an einem Krebsleiden. Er wurde 67 Jahren alt.

Mehr Informationen über den „Autor des Jahres 2002” gibt es auf www.mankell.de.


 
   

   
  
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