Henning Mankell

Der schwedische Schriftsteller und Theaterregisseur Henning Mankell war tief mit den Menschen in Afrika und dem Kontinent an sich verbunden. Ab­wech­selnd lebte er in seinem Heimatland Schweden und seiner Wahlheimat Afrika.

Henning Mankell: Leben und Schaffen

Henning MankellNordschweden - raues Klima, geringe Bevölkerungsdichte
In solche einer Gegend, namens Härjedalen, wurde Henning Mankell im Winter 1948 geboren. Von der Mutter verlassen, zog sein Vater, ein Richter, den kleinen Henning alleine auf.

Mit 17 Jahren ging er nach Stockholm und wurde Regie-Assistent am renommierten Riks-Theater. Henning Mankell begann mit dem Schreiben. Bei seinen Regiearbeiten, wie auch in seinen literarischen Werken bediente sich der Schwede gesellschaftlichen und politischen Themen.

Schon als Kind träumte er davon, den Afrikanischen Kontinent zu bereisen, 1972 erfüllte er sich erstmals diesen Wunsch und fand in Afrika seine wahre Heimat. Henning Mankell entwickelte eine kritische Distanz zu Europa. Seine nächsten Werke behandelten Themen wie Arbeitsbewegung, Imperialismus und Klassenkampf.

In den achtziger Jahren pendelte Mankell zwischen Schweden und Afrika hin und her. In Schweden arbeitete er für verschiedene Theater als Regisseur, Autor und Intendant, in Afrika übernahm er in Maputo, Mosambik den Aufbau einer professionellen Theatergruppe. Der Rhythmus Afrikas bestimmte seinen Tagesablauf. So schrieb der Autor vormittags an seinen Romanen und arbeitete nachmittags mit seinem Theaterensemble. Bis zu seinem Tod verbrachte Henning Mankell mehr als die Hälfte des Jahres in Maputo, die Sommermonate hingegen in seiner schwedischen Zweitheimat.

In den neunziger Jahren entstanden die neun der elf Bücher der Wallander-Reihe. Kriminalromane die monatelang auf den Bestsellerlisten in verschiedenen Ländern standen.

Seit im Frühjahr 2000 Mankells Wahlheimat Mosambik von einer verheerenden Flutwelle heimgesucht wurde, bei der über 700 Menschen starben, rund eine halbe Million Menschen obdachlos wurden, setzte sich der mehrfach Preisgekrönte Autor für die notleidenden Menschen ein. Dabei arbeitet Mankell mit der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zusammen.

Sein Leben in Mosambik lieferte Henning Mankell zudem den Stoff für verschiedene Romane, die in Afrika angesiedelt sind. 1995 erschien mit Der Chronist der Winde (dt. 2000) ein Roman über das Leben von Straßenkindern. In Die rote Antilope (2000, dt. 2001) schildert Mankell die Geschichte eines Buschmannjungen, der von einem Forscher nach Schweden verschleppt wird. Im Februar 2003 erschien der Roman Tea-Bag, der Einblick in die illegale Welt der Einwanderer gewährt und gleichzeitig eine Satire auf den modernen Literaturbetrieb ist. Es ist ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst - ein neues Genre, in dem Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.

Henning Mankell erlag am 5. Oktober 2015 in Göteborg einem Krebsleiden. Er wurde 67 Jahren alt.

Die Afrika-Bücher von Henning Mankell

Alle 12 Afrika-Bücher von Henning Mankell in chronologischer Reihenfolge und in deutscher Übersetzung:

Bücher und Rezensionen

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Tea-Bag ist ein Flüchtlingsmädchen aus dem Sudan. In Schweden begegnet sie einem gefeierten Autor … Ein bewegender Gesellschaftsroman von Henning Mankell...