Sonntag, 19. November 2017


Das Feuer der Wüste, Karen Winter - Rezension





Kommentar zum Buch von Karen Winter
Das Feuer der Wüste
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404165209
Seiten: 384
Einband: broschiert
Erschien: Nov. 2010

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Buchrezension von Dagmar Sachse
Veröffentlicht am 3. August 2012


Südwestafrika, 1959: Ruth Salden lebt und arbeitet auf der Schaffarm „Salden's Hill”. Sie ist glücklich, bis sie von ihrer Mutter erfährt, dass die Farm vor dem Bankrott steht und ihre Mutter plant, gemeinsam mit ihr in die Stadt zu ziehen und sie endlich standesgemäß zu verheiraten. Doch dann erfährt Ruth, dass ihre Großmutter vor über fünfzig Jahren mit einem riesigen Diamanten, dem „Feuer der Wüste” verschwand. Gemeinsam mit dem Historiker Horatio macht sie sich auf die Suche, denn „Salden's Hill” muss gerettet werden.

Wieso werden manche Bücher gedruckt, gelesen - oder überhaupt erst geschrieben? Aus der Geschichte um die Farmertochter Ruth hätte man durchaus einen packenden Roman machen können. Dies ist der Autorin aber gründlich danebengegangen.
Man gewinnt beim Lesen sehr schnell den Eindruck, Karen Winter hat auf der Volkshochschule einen Kurs „Kreatives Schreiben leicht gemacht” belegt und versucht nun, das Erlernte umzusetzen. Eine heldenhafte Hauptfigur: Check. Wildromantische Landschaft: Check. Einflechten historischer Tatsachen: Check. Happy End: Check. Nur - Herzblut und Leidenschaft bleiben bei dieser Art des Schreibens völlig auf der Strecke.
Von falschen geschichtlichen Tatsachen einmal abgesehen (den Staat Namibia gibt es unter diesem Namen erst seit 1990 und auch das Penicillin, das im Roman anno 1904 ganz selbstverständlich aus einer Apotheke besorgt wird, fand erst ab 1941 Verwendung am Patienten), erfüllen die Figuren jedes nur denkbare Klischee: da gibt es die resolute, robuste Farmertochter, die lieber Schafe schert als schöne Kleider trägt, ihre Mutter, die das Mädchen unter die Haube bringen will, die weise alte Frau, die alles ins Lot bringt und den hilfsbereiten Schwarzen genauso wie den fiesen Weißen.
Auch die Wandlung Ruths von einer, die sich nicht für Männer interessiert zu einem kichernden, vor Liebe blinden Backfisch (und das alles innerhalb weniger Tage) ist mehr als an den Haaren herbeigezogen.
Die Krönung ist der Schuss Esoterik in Form von Visionen, die die Protagonistin in regelmäßigen Abständen und (sehr praktisch für den Leser) in chronologischer Reihenfolge heimsuchen. Über das vollkommen an den Haaren herbeigezogene, aber beim Lesen von der Rezensentin herbeigesehnte Ende des Romans muss man nicht viele Worte machen - es ist ebenso abstrus wie der Rest des Buches.
Fazit: Das Feuer der Wüste ist einer der Romane, mit dem man definitiv nur seine Zeit verschwendet.

Bewertung: 1 afrikanische Kontinente




 
   

   
  
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